Dem Winter auf der Spur

Dame aus Ton im Schnee

Winter

Fallen weiße Flocken auf die Welt, heißt dies nicht mehr Schneegestöber,
statt dessen sagt man Flockdown jetzt, in meinen Ohren klingt dies öder.

Seit etwas mehr als einem Jahr, gibt’s fast kein and’res Thema mehr.
Die Covid-Pandemie – na klar – bewegt die Menschen sehr.

Verstehe ich total und doch besteht jetzt die Gefahr,
dass Mensch sich in sich selbst verrennt.
Vergisst, was einmal Schönes war.
Sich in sein Leid ergibt und dort verbrennt.

Wacht auf, ihr Leute und erkennt: Frau Holle lebt und seid gewiss:
Seit 1812 sorgt sie für Schneegestöber, immer aus dem HomeOffice.

Farben des Winters

Kein Beitrag ohne Hund ...

Mittlerweile im zarten Alter von fünf Monaten, weiß unser Pablo wo er hingehört, wann es für ihn Fressen gibt und dass seine Menschen seine Vorliebe für Kaugummis immer noch nicht teilen. Aber fast jeden Tag gibt es auch neue Dinge zu entdecken, erst recht, wenn der Winter seine weiße Weste überstreift und der wasserscheue Wasserhund plötzlich über Pfützen laufen kann, ohne nasse Pfoten zu bekommen. Er ist total begeistert vom Schnee, wie man sieht …

Spuren

Dem Winter auf der Spur heißt der aktuelle Beitrag im Blog von reportageland.de. Um Spuren geht es auch in den nächsten Zeilen. Spuren, denen man gerne folgt, verblassende Spuren, verwischte Spuren.

Schön, wenn ihr der ein oder anderen Spur nachgeht, genauer hinseht und dabei entdeckt, dass Spuren zu lesen durchaus ein bereicherndes Erlebnis sein kann.

Schön auch, wenn ihr diesen Artikel zum Anlass nehmt, selbst auf Spurensuche zu gehen. Was interessiert euch besonders, in welche Richtungen treibt euch eure Spurensuche?
Schreibt mir doch dazu einen Kommentar!

 

Schuhabdruck im Schnee

Neulich las ich bei Xing einen Artikel von Raul Krauthausen, Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit. Er erinnerte daran, dass es nun schon 5 Jahre her ist, dass der Publizist, TV-Moderator und Filmproduzent Roger Willemsen viel zu früh verstorben ist. Die Meldung über den Tod dieses Menschen erfüllte mich seinerzeit mit großer Traurigkeit. Denn ohne ihn persönlich gekannt zu haben, mochte ich ihn und all das, was von Roger Willemsen über seinen Tod hinaus erhalten blieb.

Roger Willemsen hat Spuren hinterlassen. Viel zu groß für manchen Zeitgenossen und doch ist jede von ihnen es wert, verfolgt zu werden. Beginnend mit dem lesenswerten Nachruf von  Lothar Müller in der Süddeutschen Zeitung, empfehle ich auch die zahlreichen TV-Beiträge, zu finden in den Mediatheken der Sender und auf diversen Youtube-Kanälen und natürlich auch die Bücher von Roger Willemsen, dem „Schwebenden mit Bodenhaftung“.

Anderen Spuren kann man nur schwer folgen, weil sie – mal mehr, mal weniger gut – verwischt werden. Aktuelles und spektakuläres Beispiel ist sicher das Verschwinden des Ex-Wirecard-Vorstandes Jan Marsalek. Über den aktuellen Aufenthaltsort des flüchtigen Managers kann derzeit nur spekuliert werden. Mutmaßliche Verbindungen zum russischen Geheimdienst deuten auf einen möglichen Aufenthaltsort. Doch diese Story hat noch mehr zu bieten: Warum flog der Betrug so spät erst auf? Wer wusste wann was? Hat die deutsche Politik sich blenden lassen? Eine interessante und spannende Reportage dazu ist in der ARD-Mediathek zu finden. Die Geschichte um Wirecard ist damit freilich längst noch nicht zu Ende.

Und es gibt weitere Spuren. Spuren, die ein kleiner, aber gefährlicher Teil der Bevölkerung gerne verwischt sähe. Andere dagegen, der weitaus größte Teil der Bevölkerung in diesem, unserem Lande, werden nicht müde, auf diese Spuren hinzuweisen. Spuren, die nicht in Vergessenheit geraten sollen, weil von Ihnen unbeschreibliches Leid für viele Millionen Menschen ausging. Menschen, die ihren Familien entrissen, misshandelt und ermordet wurden. Und Menschen, die zwar – irgendwie – überlebten, aber dieses Grauen ein Leben lang mit sich herumtragen mussten und zum Teil noch müssen.

Es geht um die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte, die Shoah. Viele Menschen beschäftigen sich damit, dass dieser grausame, nationalsozialistische Völkermord nicht in Vergessenheit gerät. Auch im Netz gibt es unzählige Quellen. Hier nur eine kleine Link-Auswahl. Informiert euch und seht diese Link-Sammlung als Einstieg in ein immens wichtiges Thema:

Schwierig, von hier aus in seichteres Gewässer zu navigieren. Vielleicht gelingt dies bei kurzem Innehalten. Gedankenreisen bei ein paar Winterimpressionen …

Geschichten auf der Spur:
Das Ende vom Froschkönig und was das mit Atze Schröder zu tun hat ...

Froschkönig im Schnee

Wohl jeder kennt die Geschichte vom Froschkönig. Naja, jedenfalls die, die es dank findiger Marketing- und PR-Strategen nachhaltig in die Köpfe der Menschen geschafft hat.

Die ‚wahre‘ Geschichte vom Froschkönig freilich ist eine ganz andere…

Friedliche Froschkommune

Es geschah im Ruhrgebiet, genauer in Essen-Kray und dort am Teich südlich der Ottostraße. Dort lebte Otto.  Otto war ein Moorfroschmann und der einzige seiner Art unter lauter Teichfröschen. Otto gluckste, statt zu quaken und zur Paarungszeit war er immer blau. Ganz anders als bei den Menschen kam das bei den Froschdamen richtig gut an. Er war also ein ganz besonderer Frosch am Teich südlich der Ottostraße in Essen-Kray. Und so kam es, dass alle anderen Frösche ihn zu ihrem König wählten, er also fortan Froschkönig Otto der Einzige genannt wurde.

Die Froschgemeinde von der Ottostraße lebte glücklich und zufrieden unter der Regentschaft von Otto dem Einzigen. Er war gut zu seinem Volk und pflegte einen freundschaftlich kollegialen Führungsstil. Das friedvolle Miteinander innerhalb dieser Kommune sprach sich herum unter den Fröschen dieser Welt und immer wieder schauten Wandergesellen vorbei, genossen die Gastfreundschaft der Krayer Froschgemeinde, wanderten weiter oder blieben auch für immer, je nach individueller Lebensplanung und Weltanschauung. Natürlich immer aus der Froschperspektive.

Der Eindringling

Dies war nie ein Problem für das Froschvolk von der Ottostraße. Bis zu jenem Tag, an dem Kermit am Teich in Essen-Kray erschien. Kermit war ein smarter Typ, gab seltsame Laute von sich und eroberte die Herzen aller Froschdamen im Sturm. Mit alledem konnte Otto der Einzige ganz gut umgehen. Er ließ den grünen Plapperfrosch an der langen Leine und gönnte ihm seinen Spaß. Ein wahrhaft weiser Regent eben.

Frosch auf Ego-Trip

Kermit aber war das alles nicht genug. Er entpuppte sich als ausgewachsener Egozentriker. Er sah sich allein an der Spitze dieses Froschvolkes und sonst niemanden. Es gab keinen Platz für andere Frösche neben ihm. Er fasste einen Entschluss und würde dabei auch über Froschleichen gehen. Keine Gnade.

Kermit war nicht nur smart und beliebt. Er war auch prominent. Selbst Star in TV-Serien und Kino-Blockbustern, kannte er die menschliche Prominenz und die Menschen kannten ihn. Dies wollte der fiese Schmutzfink in Froschgestalt für die Verfolgung seiner niederträchtigen Ziele nutzen. Und bimmelte ihn an. Den Ruhrpott-Comedian schlechthin. Ja, ne, ist klar – ihr wisst, wer gemeint ist: Tanzlehrer und Soziologiestudent Atze (Thomas) Schröder, der neben dieser wahren Identität noch ein zweites, ein geheimes Leben führt. Dies spielt hier aber keine Rolle.

Dieser Atze Schröder, die meisten unter euch werden es wissen, ist in Essen-Kray beheimatet und hat so die Möglichkeit, auch zwischen seinen zahlreichen anderen Verpflichtungen (die Älteren unter euch erinnern sich noch an gesellige Zeiten vor der Covid-19-Pandemie), seinem alten Kumpel und Komiker-Kollegen Kermit zur Seite zu stehen. Nicht ganz freiwillig, wie jetzt klar wird:

Ein weiterer Wesenszug Kermits war, dass er alles und jeden für sich und seine zumeist schmutzigen Angelegenheiten vereinnahmen konnte. Er hatte Atze vor Jahren einmal, als dieser gerade auf kreativer Durststrecke unterwegs war, ein komplettes Bühnenprogramm geschrieben. Jetzt drohte der Frosch, dieses bisher geheimgehaltene Wissen an die Boulevardpresse der Republik weiterzureichen. Was also blieb Atze übrig, als dem fiesen Frosch jetzt auch einmal zur Seite zu stehen und beim teuflischen Spiel des grünen Fieslings mitzumachen.

Ein teuflischer Plan

Der arme Atze sollte, so wollte es Kermit, die Gattung der Frösche irgendwie in sein Bühnenprogramm einbauen, auf das die Menschen auf dieses meist harmlose Reptil aufmerksam werden sollten. So fand der Spruch „Ich zeig‘ Dir, wo der Frosch die Locken hat…“ seinen Weg auf die Bühnen der Republik und in die Köpfe der Menschen. Die intelligentesten unter ihnen stellten jedoch schnell fest, dass sie noch nie Frösche mit Locken gesehen hatten. Vielleicht, so dachten sie, handelt es sich ja um eine ganz exotische Art, die es nur in Essen-Kray gibt, der Heimat des Comedian, der von der Existenz der Froschlocken wusste.

Das Unheil nimmt seinen Lauf

Also pilgerte die neugierige Atze-Schröder-Fangemeinde und viele andere, die von den seltsamen Lockenfröschen gehört haben, an den Froschteich südlich der Ottostraße in Essen-Kray, um selbst zu sehen, wo der Frosch die Locken hat. Von dieser Zeit an war nichts mehr so, wie es einmal war. 24/7-Unruhe am Teich, ausgetretene Ufer, zu Tode gehetzte Frösche, so weit das Froschauge reichte.

Kermit erkannte, dass die Situation ausuferte und er nicht in der Lage war, dieses menschengemachte Chaos zu kontrollieren. Voller Ärger darüber, dass er jetzt nicht mehr König dieses Vorzeigetümpels werden konnte, zog er weiter. Schließlich war er prominent und würde überall ein neues Zuhause finden.

König Otto der Einzige wurde nie mehr gesehen. Man sagt, er wäre in eine Schockstarre gefallen, aus der er nie wieder erwacht ist. Schon bald war der wahre Froschkönig Otto der Einzige vergessen.

Lediglich die Bewohner von Essen-Kray sowie der dann zum Naturschützer mutierte Atze Schröder gedachten des Regenten, in dem sie ihn in Bronze gießen ließen und eine Straße nördlich des Teiches nach ihm benannten. Dekoartikelhersteller wurden auf den (wohl) verstorbenen Froschkönig aufmerksam und produzierten Deko-Frösche in unzähligen Variationen. Es gibt sicher keinen Menschen, der nicht schon einmal von einem Deko-Frosch aus einem Schaufenster oder einem Regal angegrinst worden ist. Doch kaum jemand denkt dabei an Otto.

Und die Moral dieser Geschichte:

1. Kermit ist ein bösartiger Blender.

2. Überprüfe alle neuen Frösche an Deinem Teich auf deren charakterliche Eignung und hinterfrage deren wahre Absichten.

Bronzefrosch im Schnee von oben
Mach's gut, Otto!

Nach so viel Winter und dieser schicksalhaften Frosch-Story zum Ende des Beitrages ein Ausblick auf mehr Farbe nach kurzen, kalten Tagen und langen, noch kälteren Nächten: noch ist er nicht zu sehen, doch er kommt – wie in jedem Jahr: der Frühling …

Tulpen im Schnee
Frühlingsboten

Mein Link-Tipp zum Einstimmen auf den  Frühling:

Coronabedingt passiert auch dort zur Zeit nicht viel, doch bis zum Frühling sieht das ja hoffentlicht schon wieder ganz anders aus.

Und den Klassiker von Eduard Mörike gibt’s auch jetzt schon auf den  Seiten des Mörike-Museums in Neuenstadt-Cleversulzbach zum nachlesen, inspirieren lassen oder einfach nur, um die Vorfreude auf die (für mich) schönste Jahreszeit aufleben zu lassen.

Bis demnächst …

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