Geigenbau in Cremona und Nettetal

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Geigenbau Augenblicke Story Cellobau Detail

Kleine Reise in die Geschichte des Geigenbaus

Es gibt sie, diese magischen Momente. Weit abseits vom hektischen Puls unserer Zeit und doch nur einen Steinwurf entfernt. Es sind andere Töne, die hier wichtig sind, harmonische. Zumindest weiß Bernhard Zanders dann, wenn sie erklingen, dass er alles richtig gemacht hat. Herr Zanders ist Geigenbauer.

Geigenbauer Zanders Porträt
Sensibilität

Ein magischer Ort

Überall auf der Welt werden Streichinstrumente gebaut. Der Ort, an dem Bernhard Zanders seiner Profession nachgeht, gehört zu den außergewöhnlicheren Orten: Die 1854 aus Backstein errichtete Turmwindmühle korrespondiert in harmonischer Art mit dem Jahrhunderte alten Handwerk des Streichinstrumentebaus. Mit der Werkstatt im ersten Obergeschoss vermutet manch einer eine moderne Gegensprechanlage mit Bildübertragung per Videocamera. Eher freudig erstaunt ist der Besucher oder Kunde, entdeckt er beim ersten Besuch die außen angebrachte Messingglocke. Der Blick durch die teilverglaste führt den Betrachter auf der gegenüberliegenden Seite gleich wieder hinaus in die Natur. Im nicht all zu weiten Rund dazwischen eröffnet sich der gemütliche Präsentationsraum.

Wie alles begann

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die erste Geige derart gebaut, wie sie auch heute noch produziert wird. Von kleineren technischen Änderungen einmal abgesehen. In der Zeit ihrer Entstehung erarbeiteten sich die Italiener schnell einen hervorragenden Ruf als Geigenbauer. Der Cremoneser Andrea Amati gründete die berühmteste Geigenbauschule weltweit. Seine Söhne Antonio und Girolamo sowie vor allem sein Enkel Nicolò Amati haben den Geigenbau der jeweils vorherigen Generation verbessert und die Grundlage für eine lange Tradition im Cremoneser Instrumentenbau geschaffen.

abgelagertes Holz für Instrumentenbau
Nur ausgewähltes Holz wird hier verbaut.
Geigenbau Holz in Nahaufnahme
Wer wird dieses Holz wohl einmal bespielen?

Ruhe wirkt Ordnung. (Laotse)

Aber zurück zur Stammenmühle in Nettetal. Heute werden also Geigen auch dort gebaut und treten ihre Reise in weite Teile der Erde an. Und auch in der Familie der Zanders gibt es einen Geigenbauer in der nächsten Generation. Drei Wochen etwa arbeitet Bernhard Zanders an einem Instrument. Und genauso außergewöhnlich, wie es ist, eine Geige zu bauen, ist auch die Art der Arbeit. Termindruck ist hinderlich, Hektik führt zu schlechten Ergebnissen. Eine wichtige Zutat beim Geigenbau ist, was dem Menschen heute nur noch eingeschränkt  zur freien Verfügung steht: Zeit.

Cello im Rohzustand
Ruhe und Erfahrung für beste Ergebnisse
Cello mit Stemmeisen
Das Stemmeisen - eines der Werkzeuge
Cello und Fingerhobel
Der Fingerhobel für kleine Flächen.
Geigenbauer mit Stemmeisen
Konzentration, Geschick und Erfahrung

Zeit also und beste Materialien in Verbindung mit Erfahrung und Geschick des Geigenbauermeisters sind wichtigste Voraussetzungen für saubersten Klang auf Jahrzehnte hinaus. Vorausgesetzt das kunsthandwerlich gefertigte Instrument wird auch regelmäßig bespielt. Die Geige verkümmert, wird sie nicht bespielt. Wie ein Mensch, dem es an sozialen Kontakten fehlt.

Cello Schnecke in Rohform
Erkennst Du schon das Instrument im Holz?
Holzspähne vor Cello Rohling
Wo gehobelt wird ...

Der Mensch B.Z.

Bernhard Zanders arbeitet alleine und dennoch: an sozialen Kontakten mangelt es ihm nicht. Neben Journalisten aus allen Medien besuchen ihn auch Kunden und Interessierte. Bernhard Zanders ist nicht menschenscheu, im Gegenteil. Ein sehr angenehmer Zeitgenosse und Gesprächspartner, der auch gerne Einblick in sein Kunsthandwerk gewährt sowie seine Sachkenntnisse vor allem über die Historie des Geigenbaus dem interessierten Publikum vorträgt.

Bernhard Zanders Geigenbauermeister
Bernhard Zanders präsentiert seine Arbeit.

Der 1960 geborene Nettetaler folgt seiner Berufung seit seinem 17. Lebensjahr. Da begann seine Ausbildung zum Geigenbauer an der Geigenbaufachschule im bayrischen Mittenwald. Seine Gesellenzeit verbrachte Bernhard Zanders in dem 1929 gegründeten Kölner Traditionsbetrieb Bünnagel. Seine Meisterprüfung bestand er 1985. 1986 bis 1995 arbeitete er selbstständig als Instrumentenbauer in Mönchengladbach bevor er 1996 in seine Heimat Nettetal zurückkehrte. Bernhard Zanders ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Was gibt's noch in der Mühle?

Der Meister des Streichinstrumentebaus bietet auch anderen Künstlern in seiner tollen Location eine Bühne. Er inszeniert mehrmals im Jahr kleine Konzerte zu denen er außergewöhnliche Musiker engagiert. So waren der Akkordeon-Virtuose Dragan Ribic sowie erst kürzlich das Niederrheinische Streichquartett schon seine Gäste.

Geige im Schaukasten
Diese Geige wartet auf ihren Künstler.

Möchtest Du mehr über den Nettetaler Geigenbauer Bernhard Zanders wissen?
Dann besuche ihn doch auf seiner Internetseite.
Oder Du schaust auf der Augenblicke-Seite, ob Dich noch andere Storys interessieren.

Ich hoffe, dass Dir die Fotos und auch die Informationen am Rande gefallen haben. Wie immer bitte ich Dich an dieser Stelle um ein kurzes Statement. Schreibe mir doch bitte Deine Meinung in die Kommentare. Ich bin sehr gespannt auf Deine Meinung . Gerne nehme ich auch Anregungen auf. Was interessiert Dich besonders in Nettetal? Worüber möchtest Du hier lesen? Ich freue mich auf konstruktive Beiträge.

 

Beitragsbilder als Fotostrecke

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Über mich

Hast Du erst einmal die ’50‘ überschritten, kommst Du auch mit einer kurzen Vorstellung auf derart begrenztem Raum nicht aus. Es ist also nur dem Platzangebot hier und nicht etwa einem übersteigerten Geltungsbedürfnis des Verfassers geschuldet, dass es dafür eine separate Seite gibt ;-)

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