Dein Sternenkind in Zeiten von COVID-19

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Eltern mit Sternenkind
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COVID-19 beherrscht die Welt

Ein Sternenkind ist ein kleiner Mensch, der die Welt nie kennenlernen wird. Es passiert aus unterschiedlichen Gründen und trifft die Eltern früh pränatal (das kleinste von mir fotografierte Sternchen hat es nur bis zur 16. Woche geschafft) oder auch postnatal.

Mein heutiges Thema hat mittelbar mit der COVID-19 Pandemie zu tun. Mir liegt daran, auch einmal die ‚zweite Reihe der Katastrophe‘ zu betrachten. Am Beispiel der Hilfsorganisation ‚Dein Sternenkind‘.

Das COVID-19 Virus ist immer und überall präsent in dieser Zeit. Kaum ein Tag ohne neue Horrormeldungen. Selbst wer möchte, kommt nicht an den täglichen Berichten, Kommentaren und Statistiken zur Pandemie vorbei. 
Diese Art der Berichterstattung halte ich für unbedingt erforderlich und überaus angebracht, solange sie sachlich bleibt und den Menschen hilft, mit dieser kritischen Situation umzugehen.

Seit ziemlich genau einem Jahr fotografiere ich im Ehrenamt für die Hilfsorganisation ‚Dein Sternenkind‘. Mittlerweile sehr bekannt und auch akzeptiert. Wer ‚Dein Sternenkind‘ nicht kennt, mag die Tätigkeit vielleicht aus dem Namen ableiten oder aber spätestens beim Lesen des Leitspruches ‚Das erste und das letzte Bild‘. Es geht um Schwangerschaften, die schlechtestmöglich verlaufen. Um verzweifelte Eltern, die mit dieser Situation immer an ihre Grenzen gehen, oft auch weit darüber hinaus. Eltern, die nicht wirklich realisieren, was gerade um sie herum passiert.

Und in den Tagen, Wochen, Jahren danach mit den Folgen eines Schutzmechanismus der menschlichen Psyche zu kämpfen haben: der Verdrängung traumatisierender Erlebnisse.

Mehr als 600 Fotografen sind es mittlerweile, die für ‚Dein Sternenkind‘ Tag für Tag in Deutschland tätig sind. Auch von Eltern und Kliniken im benachbarten Ausland gibt immer wieder Anfragen. Daneben engagieren sich noch etwa 20 Koordinatoren für ‚Dein Sternenkind‘.  Sie alarmieren die Fotografen und kümmern sich, damit dass ganze System rund läuft.
Schön und gut, magst Du Dir jetzt denken…

Aber was hat dies mit COVID-19 zu tun?

Hier ein Auszug aus dem Maßnahmenkatalog, den die NRW-Regierung mit Wirkung vom 23.03.2020 beschlossen hat:
(Quelle: land.nrw – verlinkt)

„Stationäre Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen:
Besuche sind grundsätzlich untersagt, wenn sie nicht der medizinischen oder pflegerischen Versorgung dienen oder aus Rechtsgründen erforderlich sind. Die Einrichtungsleitung soll Ausnahmen unter Schutzmaßnahmen und nach Hygieneunterweisung zulassen, wenn es medizinisch oder ethisch-sozial geboten ist (z.B. auf Geburts- und Kinderstationen sowie bei Palliativpatienten).“

Dem Grundsatz nach, so heißt es im besten Amtsdeutsch, sind also alle Besuche untersagt. Ausnahmen möglich. Darüber entscheidet dann die jeweilige Klinikleitung, entsprechende Schutzmaßnahmen vorausgesetzt und unter der Voraussetzung, dass der Besuch unter anderem ethisch-sozial geboten ist.

Diese Formulierungen treffen keine klaren Entscheidungen, wie sie in Krisenzeiten unabdingbar sind. Im Gegenteil, sie werfen neue Fragen auf. Nur bezogen auf die Arbeit von ‚Dein Sternenkind‘ frage ich mich, ob

– ich überhaupt Besucher bin oder doch eher als ‚Personal‘ im weitesten Sinne dort meine Arbeit verrichte,
– es ethisch-sozial geboten ist, den Eltern, Geschwistern, Großeltern und anderen Angehörigen den Wunsch nach ästhetischen Fotos zu erfüllen. Oder riskiere ich mit einer wie auch immer gearteten Infizierung, eine weitere Gefährdung von bis dahin gesunden Personen?

Neben diesen Fragen muss sich die Leitung der jeweiligen Einrichtung auch damit beschäftigen, ob das sowieso schon über alle Maßen strapazierte, medizinische Personal auch die mit den Ausnahmeregelungen einhergehende Mehrarbeit noch leisten kann.

Die Situation ist ernst und wird es sicher auch noch eine ganze Weile bleiben. Der Ansatz, wo immer möglich Ressourcen zu schonen, um eventuell auch die Marathon-Distanz in der Krisenbewältigung zu gehen, ist sicher richtig. Und – so traurig das auch im Einzelfall ist: Das Wohl der Gemeinschaft steht über dem Wohl der einzelnen Person. Dies zu regeln ist aber unbedingte Pflicht der Politik. Es ist durchaus schädlich, Grauzonen zu schaffen und die Verantwortung auf andere Ebenen zu verteilen.

Kai Gebel, Initiator und Kopf von ‚Dein Sternenkind‘ hat sich mit seinem Team beraten und bietet den Eltern derzeit die Möglichkeit, selbst Fotos zu machen, diese auf einen Sternenkind-Server zu laden, von wo aus sie dann von den Freiwilligen bearbeitet werden. Von einigen wenigen ‚Ausnahmeregelungen‘ derzeit leider der einzig sichere Weg.

©Dein Sternenkind Hand greift Finger

Wir alle, die wir mehr oder weniger, direkt oder indirekt von der Pandemie betroffen sind, wünschen uns nichts sehnlicher, als dass der Spuk sehr bald ein Ende hat und – in normalen Zeiten wünscht sich das kaum ein Mensch – wieder Normalität in unseren Alltag einkehrt. In diesem Sinne: bleibt gesund!

Alle hier gezeigten Fotos sind von den Eltern zur Veröffentlichung freigegeben und wurden von ©Dein Sternenkind für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. Sicher selbstverständlich, wollte es aber noch ausdrücklich erwähnt haben.

Dein Sternenkind Kontaktdaten

Für alle, die ‚Dein Sternenkind‘ bisher nicht kannten und mehr wissen wollen über die Organisation, die Möglichkeiten der aktiven Mithilfe oder Wege, ‚Dein Sternenkind‘ mit Geld- oder Sachspenden zu unterstützen, folgen jetzt noch ein paar Kontaktdaten. Selbstverständlich könnt ihr euch auch an mich wenden. Meine Kontaktdaten ganz oben auf jeder Seite von reportageland.de.

Für den Fall,  dass ihr oder jemand aus eurem Umfeld einen Sternenkind-Fotografen benötigt, schreibe ich euch auch die Alarmierungsnummer auf. Bitte dort aber nur im Notfall anrufen!

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1 Kommentar zu „Dein Sternenkind in Zeiten von COVID-19“

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Über mich

Hast Du erst einmal die ’50‘ überschritten, kommst Du auch mit einer kurzen Vorstellung auf derart begrenztem Raum nicht aus. Es ist also nur dem Platzangebot hier und nicht etwa einem übersteigerten Geltungsbedürfnis des Verfassers geschuldet, dass es dafür eine separate Seite gibt ;-)

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