Der Mensch hinter Reportageland DE

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Schreibtisch mit Telefon

Wer bin ich und was mache ich hier?

Manfred Falk Vita Teddy 1965
Teddy 1965

Der Kollege hier im Bild wüsste eine ganze Menge über mich zu erzählen, kennt er sich doch in meiner Vita bestens aus. Dieser Teddy begleitet mich seit ich im September 1965 ein Jahr alt wurde. Damals wusste ich, na klar, nichts mit dem kleinen Kerl anzufangen. Das sollte für einige Jahre auch so bleiben, denn ganz ehrlich: für einen Einjährigen ist ein solches Stofftier, noch dazu, wenn es unter dem persönlichen Schutz aller Erwachsenen in meinem Umfeld steht, schlicht uninteressant.

Meine Großeltern aber legten eine große Symbolik in das erste Geburtstagsgeschenk für ihren ersten Enkel. Speziell meine Oma schenkte nicht einfach so, sie dachte sich auch immer etwas dabei. Nicht immer erschlossen sich ihre Gedanken auch den Beschenkten. Aber dies ist eine andere Geschichte.

Praktischerweise hieß Teddy immer Teddy. Ich habe keinen blassen Schimmer, wer ihm einen derart originellen Namen gab. Teddy sollte ein Freund, Seelentröster, Stresskatalysator und was weiß ich noch alles für mich sein. Schließlich war ich Einzelkind und das sollte wegen diverser Komplikationen bei meiner Geburt auch so bleiben.

 

Mit Knopf im Ohr als Garant für eine dauerhafte Freundschaft und als Option für ein Renditeobjekt. Im Alter von vier Jahren sah ich es allerdings als gelungenes Zeichen meines aufkeimenden Kampfes gegen das Establishment, den Knopf im Ohr meines Teddys operativ zu entfernen. Ob er seinen, für mich unverständlichen Missmut über die an sich erfolgreich verlaufene Operation dadurch bekundete, dass er mir ab diesem Zeitpunkt seinen aus einem lang gezogenen „Bööööö“ bestehenden Gesamtwortschatz verweigerte, ist nicht überliefert.

Kindergarten-Zeichnung Sankt Martin
??? (1969)
Vita Manfred Falk im Kindergarten
Was willst Du mal werden?

Irgendwann zwischen Kindergarten und Konfirmation werden Stoffbären dann mega-peinlich und mein Teddy trat seine lange Reise in die Welt außerhalb des sichtbaren Teils meiner jeweiligen Wohnstätte an. Meine Eltern hatten scheinbar großen Spaß an Umzügen, so dass es einige davon gab. Zu den Umzügen war Teddy kurz zu sehen, verschwand dann aber gleich wieder in einer neuen Dunkelkammer.

Apropos Dunkelkammer: Erstmalig verfügte ich in dieser Zeit über mehr Geld als mein wöchentliches Taschengeld von 5 Mark. Zur Beruhigung all derer, denen das heute wie eine elterliche Unterstützung unterhalb von Mindestlohn-Niveau erscheint: Mit vollendetem 16. Lebensjahr stieg mein Taschengeld nahezu exponentiell auf sagenhafte 25 Mark im Monat an.

Doch zurück zur Konfirmation. Es häufte sich tatsächlich ein derart hoher Betrag an, dass ich mir meinen Traum von der ersten eigenen Spiegelreflexkamera inklusiv 50mm-Objektiv mit größter Blende von 1.2 leisten konnte. Gekauft bei Photo Porst in Lobberich, dessen Inhaber auch heute noch hinter der Theke steht, jedenfalls bis vor dem coronabedingten Lockdown.

Der Kauf machte mich glücklich und erfüllte mich mit Stolz, Besitzer einer richtig guten Kamera zu sein.

Das wundervollste Hobby überhaupt und ich hatten sich gefunden. Ein historischer Augenblick!

Schnell stellte ich fest, dass zum Einen mit analoger Fotografie immer auch Folgekosten verbunden sind. Zum Anderen, dass ich bei der exponentiellen Taschengelderhöhung mit 16 doch irgendetwas falsch berechnet hatte. Mathematik gehörte nie wirklich zu meinen Stärken. Dies aber nur am Rande.

Also trennten wir uns wieder, die Fotografie und ich. Nach meinem Empfinden viel zu früh. Vorbei die erste kreative Phase meines Lebens, ein Knick in der Vita. Schade Fotografie, es war schön mit Dir!

Gepusht von der Trennung meiner Eltern, einer damit einhergehenden totalen Leistungsverweigerung und in der Folge Schulhopping-Downward, beschloss ich, mich von meinen beruflichen Traumzielen zu trennen. Nur so viel: Es war weder eine innere Überzeugung, noch die Entdeckung ungeahnter Talente, die mich dann in die Verwaltung des öffentlichen Dienstes trieb. Dieser Weg wurde im Laufe der nächsten 30 Jahre immer beschwerlicher, stets begleitet von dem Gefühl, etwas ganz Wesentliches zu vermissen. Heute ist mir klar, dass es über weite Strecken meines Arbeitslebens die Freude an der Arbeit war, die sich nur ein einziges Mal für kurze 2 Jahre einstellte.

Im Jahre 2014 dann, traf ich einen alten Freund wieder: die Fotografie. Während eines Familienshootings mit dem Grefrather Fotografen Peter Roskothen sahen wir uns wieder, umarmten uns innig (damals noch problemlos möglich) und beschlossen, von da an nur noch gemeinsame Wege zu gehen. Erst noch, wie damals, waren wir hobbymäßig unterwegs. Mittlerweile aber voll digital. 2017 dann waren wir uns sicher, dass es wirklich eine dauerhafte Beziehung ist und so schlossen wir mit der Anmeldung eines Gewerbes einen kreativen Bund für’s Leben.

Neue Ziele erschienen am Horizont. Aber ließen diese sich auch für das betagtere Semester noch realisieren? „Alles zu seiner Zeit“, sagten meine zweite Ehefrau und ich resümierend, als es um einen gemeinsamen Kinderwunsch ging. Wir haben 3 gesunde Kinder, die noch dazu auf dem besten Wege waren und noch sind, tolle Erwachsene zu werden. Die ihren Platz im Leben beanspruchen und zu Recht auch finden werden.

Gilt denn ein „Alles zu seiner Zeit“ auch für den Beruf? Gibt es ab km 50 keine Möglichkeit mehr, abzubiegen und, ohne Seil und doppelten Boden, eine völlig andere Richtung einzuschlagen?

Es gab sie für mich, wenn auch nach vielen Irrungen und am Ende auch nicht völlig ohne Sicherung. Aber das Leben ist kein Ponyschlecken, wie einst Mirja Boes genauso treffend wie humorvoll feststellte.

Übrigens, die zweite, sehr große Leidenschaft neben der Fotografie, ist schon seit Jahren das ‚geschriebene Wort‘ für mich. Mit kleinen Gedichten fing es an, dann ein paar Kurzgeschichten. Doch immer alles nur für den privaten Gebrauch. Auf der Suche nach mir selbst kam dann auch der Gedanke auf, diesem vermeintlichen Talent (Schmeicheleien von Freunden, maßlose Selbstüberschätzung ???) eine professionelle Basis zu geben. Ein Studium sollte es sein. Bestenfalls auch zufriedenstellend zu Ende gebracht. Ein schönes Gefühl, wenn die bloße Absicht zur Realität wird.

Geschafft!

Große Neuigkeiten zu Beginn von Jahr 2 unter pandemischer Last: Die Abschlussarbeit für meinen Journalismus-Studiengang ist eingereicht, bewertet und für gut befunden.
Gut genug, dass auch ich mit dem Gesamtprädikat dieser Ausbildung zufrieden bin.
Mein Dank gilt René Teichmann und dem gesamten  Team der FJS sowie allen Tutoren, insbesondere Herrn Alfred Hermsdörfer, dem Tutor meiner Abschlussarbeit.

Diplom Freie Journalistenschule
Tadaaa: mein Diplom!
Zeugnis Freie Journalistenschule
Mein Zeugnis der FJS

Doch genug jetzt ‚über mich‘ und weiter mit allen Blog-Artikeln auf der Startseite.

Lieben Gruß und bleibt gesund!

Manfred

Vita Manfred Falk als Baby
as time goes by
Vita Kindergarten-Selbstporträt
Selbstporträt 1970
Manfred Falk von Reportageland DE
Selbstporträt (2019)

Letzte Aktualisierung des Beitrages: 29.01.2021

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